Ratgeber · HU / AU
Die TÜV-Plakette lesen: Zahlen, Farben und die Zeigerstellung
Der Monat steht oben, das Jahr in der Mitte, die Farbe wiederholt sich alle sechs Jahre. Wie Sie Ihren HU-Termin in fünf Sekunden vom Kennzeichen ablesen.

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- HU ohne Terminauch samstags, 10-13 Uhr
- Dolberger Str. 4459229 Ahlen
Inhalt · 9 Abschnitte
- Wo die Plakette sitzt
- Schritt 1: Die Zahl in der Mitte ist das Jahr
- Schritt 2: Der Kranz nennt den Monat — und zwar oben
- Schritt 3: Die Farbe sagt das Jahr noch einmal
- Drei runde Marken, drei verschiedene Dinge
- Was die Plakette nicht sagt
- Wenn der Monat vorbei ist
- Beschädigt, überklebt, abgefallen
- Der Termin steht — und dann?
Die Prüfplakette ist der kleinste Terminkalender der Welt. Sie sagt auf einen Blick, bis wann Ihr Fahrzeug seine nächste Hauptuntersuchung hat — und sie sagt es so, dass man es aus einigen Metern Entfernung erkennen kann, ohne die Ziffern zu entziffern. Man muss nur wissen, wie sie gelesen wird.
Dieser Ratgeber erklärt es in drei Schritten: die Zahl in der Mitte, der Zahlenkranz darum herum und die Farbe. Danach brauchen Sie für Ihren nächsten HU-Termin keinen Kalender mehr, sondern fünf Sekunden am Heck.
Wo die Plakette sitzt
Am hinteren Kennzeichen. Sie klebt dort im oberen Bereich des Schildes, und das gilt für den Pkw genauso wie für Krafträder und Anhänger. Vorne finden Sie sie nicht: Dort saß bis 2010 die eigene Plakette für die Abgasuntersuchung. Seit die AU Teil der Hauptuntersuchung ist, gibt es diese zweite Plakette nicht mehr.
Angebracht werden darf sie nur von der Zulassungsbehörde oder einer anerkannten Prüfstelle — und erst dann, wenn das Fahrzeug die Untersuchung bestanden hat. Sie ist damit kein Aufkleber, sondern ein amtliches Zeichen.
Schritt 1: Die Zahl in der Mitte ist das Jahr
In der Mitte steht eine zweistellige Zahl. Sie nennt das Jahr, in dem die nächste Hauptuntersuchung fällig wird. Steht dort eine 28, ist Ihr Fahrzeug im Jahr 2028 wieder dran.
Das ist der Teil, den fast jeder kennt. Der interessantere steht außen herum.
Schritt 2: Der Kranz nennt den Monat — und zwar oben
Um die Jahreszahl laufen die Zahlen 1 bis 12: die Monate. Fällig ist der Monat, der oben steht, auf der Zwölf-Uhr-Position — wie ein Zeiger, der nach oben zeigt.
Dafür wird die Plakette beim Aufkleben gedreht. Steht die 3 oben, ist die HU im März fällig; steht die 11 oben, im November. Die Ziffern sind also immer dieselben, nur ihre Lage ändert sich von Fahrzeug zu Fahrzeug.
Diese Drehung hat einen praktischen Grund, und daher kommt auch der Name Zeigerstellung: Wer die Plakette prüft, muss die kleinen Ziffern gar nicht lesen. Er sieht, wohin sie gedreht ist, und weiß damit ungefähr, in welchem Teil des Jahres die Frist endet. Erst beim genauen Hinsehen wird aus dem Ungefähren ein Monat.
Und noch ein Detail, das regelmäßig für Diskussionen sorgt: Maßgeblich ist der Monat, nicht ein bestimmter Tag. Steht die 9 oben und in der Mitte die 26, haben Sie den gesamten September 2026 Zeit.
Schritt 3: Die Farbe sagt das Jahr noch einmal
Sechs Farben, sechs Jahre, dann beginnt der Kreis von vorn. Jede Farbe gehört fest zu einem Jahr:
- 2026 — braun
- 2027 — rosa
- 2028 — grün
- 2029 — orange
- 2030 — blau
- 2031 — gelb
Danach wiederholt sich die Reihe, 2032 ist also wieder braun. Streng genommen ist die Farbe damit überflüssig — sie sagt dasselbe wie die Zahl in der Mitte. Ihr Zweck ist ein anderer: In einer Reihe geparkter Fahrzeuge fällt eine Plakette mit der falschen Farbe sofort auf, lange bevor jemand nah genug für die Ziffern ist. Genau dafür ist sie gemacht.
Drei runde Marken, drei verschiedene Dinge
Am Fahrzeug klebt mehr als eine runde Marke, und sie werden regelmäßig verwechselt:
- Die Prüfplakette — hinten auf dem Kennzeichen, farbig, mit Monatskranz. Sie ist das Thema dieses Beitrags und betrifft die Hauptuntersuchung.
- Das Zulassungssiegel — die Marke mit dem Wappen des Kreises neben dem Ortskennzeichen. Sie hat mit der HU nichts zu tun, sondern bescheinigt, dass dieses Kennzeichen zu diesem Fahrzeug gehört.
- Die Feinstaubplakette — innen an der Windschutzscheibe, grün, gelb oder rot. Sie sagt etwas über die Schadstoffgruppe und nichts über den technischen Zustand.
Wer sagt, „meine Plakette ist abgelaufen“, meint fast immer die erste. Die dritte läuft gar nicht ab.
Was die Plakette nicht sagt
Sie sagt, wann geprüft wurde und wann wieder geprüft werden muss. Sie sagt nichts über den Zustand des Fahrzeugs heute. Eine Plakette, die noch anderthalb Jahre gilt, ist keine Zusicherung, dass die Bremsen in Ordnung sind — sie belegt einen Zustand an einem einzigen Tag in der Vergangenheit.
Beim Gebrauchtwagenkauf ist genau das die Falle: „Neuer TÜV“ klingt nach Sicherheit und ist doch nur eine Momentaufnahme, die Wochen zurückliegen kann. Worauf es dort wirklich ankommt, steht in unserer Checkliste für den Gebrauchtwagenkauf von privat.
Wenn der Monat vorbei ist
Läuft die Frist ab, passiert zunächst nichts Sichtbares — das Fahrzeug wird nicht automatisch stillgelegt. Unangenehm wird es trotzdem, und zwar in zwei Stufen.
Wird der Termin um mehr als zwei Monate überschritten, ist eine erweiterte Hauptuntersuchung vorgeschrieben: mehr Aufwand, entsprechend höhere Gebühr. Dazu kommt ein Verwarnungs- beziehungsweise Bußgeld, das mit der Dauer der Überschreitung in Stufen steigt; ab mehr als acht Monaten außerdem ein Punkt im Fahreignungsregister. Woraus sich die Gebühr für die Prüfung selbst zusammensetzt, haben wir im Ratgeber Was kostet die Hauptuntersuchung? aufgeschlüsselt.
Beschädigt, überklebt, abgefallen
Eine unleserliche Plakette erfüllt ihren Zweck nicht mehr: Die Frist lässt sich von außen nicht mehr feststellen. Der Nachweis steckt dann im letzten HU-Bericht — heben Sie ihn deshalb auf, er ist mehr wert, als er aussieht. Sprechen Sie uns an, bevor Sie improvisieren.
Denn das ist die andere Seite der Sache. Eine Prüfplakette ist ein amtliches Zeichen. Wer sie verändert, nachmacht oder von einem Kennzeichen auf ein anderes überträgt, begeht keine Ordnungswidrigkeit, sondern eine Straftat — Urkundenfälschung. Auch der scheinbar harmlose Fall, die noch gültige Plakette beim Kennzeichenwechsel selbst mitzunehmen, gehört dazu. Die neue Plakette bringt die Zulassungsstelle oder die Prüfstelle an.
Der Termin steht — und dann?
Die Plakette ist der einzige Merkposten, den Sie bekommen. Eine Erinnerung von Amts wegen gibt es nicht, weder per Brief noch per Mail. Werfen Sie deshalb hin und wieder einen Blick nach hinten aufs Kennzeichen, am besten zwei bis drei Monate vor dem Monat, der dort oben steht.
Dann bleibt Zeit für die Kleinigkeiten, an denen die Plakette sonst scheitert — die stehen in unserer HU-Vorbereitungs-Checkliste. Zur Haupt- und Abgasuntersuchung selbst kommen Sie ohne Anmeldung in unsere Prüfstelle in Ahlen, auch samstags. Die neue Plakette kleben wir Ihnen direkt aufs Kennzeichen — mit der richtigen Zeigerstellung, damit die nächsten zwei Jahre wieder von weitem ablesbar sind.
Über den Autor
Sinan Basaran
Inhaber des Ingenieurbüro Basaran in Ahlen und TÜV SÜD Auto Partner. Er prüft und begutachtet täglich Fahrzeuge in der eigenen Prüfstelle an der Dolberger Str. 44: Haupt- und Abgasuntersuchung, Unfall- und Oldtimergutachten sowie Einzel- und Änderungsabnahmen nach §21 und §19.3 StVZO.
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