Was wird beim TÜV geprüft? Der komplette Ablauf der HU 2026
Vom ersten Sichtcheck bis zur Plakettenvergabe: Wir zeigen Ihnen Schritt für Schritt, welche 9 Baugruppen bei der Hauptuntersuchung (HU) tatsächlich geprüft werden – und wo die häufigsten Mängel lauern.
„Was wird beim TÜV geprüft?“ ist eine der meistgestellten Fragen unserer Kunden in Ahlen. Kein Wunder – wer alle zwei Jahre zur Hauptuntersuchung (HU) muss, will wissen, was auf ihn zukommt. Wir haben unsere Prüfstelle geöffnet und den kompletten Ablauf für Sie transparent gemacht.
Rechtsgrundlage: Was der TÜV eigentlich prüft
Die Hauptuntersuchung ist in § 29 StVZO in Verbindung mit Anlage VIII geregelt. Der amtlich anerkannte Sachverständige prüft, ob Ihr Fahrzeug den Anforderungen der Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung (StVZO) und den daraus abgeleiteten technischen Vorschriften entspricht. Es geht ausdrücklich nicht um Wartung oder Verschleiß, sondern um Verkehrs- und Betriebssicherheit.
Die Prüfung teilt sich in 9 Baugruppen auf:
1. Identifizierung des Fahrzeugs
Bevor überhaupt eine Schraube bewegt wird, gleichen wir die Fahrzeug-Identifikationsnummer (FIN/VIN) an der Karosserie mit der Zulassungsbescheinigung Teil I ab. Manipulationen am Fahrgestellnummernschild führen zur sofortigen Prüfungsverweigerung.
2. Umweltbelastungen (Abgasuntersuchung AU)
Die Abgasuntersuchung ist heute vollständig in die HU integriert. Bei modernen Fahrzeugen wird per OBD-Schnittstelle das Motorsteuergerät ausgelesen; bei älteren Autos zusätzlich mit einer Abgassonde im Endrohr gemessen. Geprüft werden CO-, HC- und NOx-Werte sowie die Funktion der Katalysatoren und Partikelfilter.
3. Bremsanlage
Der Bremsentest ist der aufwendigste Teil der HU. Auf einem Rollenbremsprüfstand messen wir:
- die Bremswirkung an jedem einzelnen Rad,
- die Gleichmäßigkeit der Bremsung (Achsdifferenz max. 25 %),
- die Feststellbremse (Handbremse),
- die Bremsflüssigkeit (Alter und Wassergehalt),
- Zustand der Bremsleitungen, Bremsschläuche und Bremsbeläge.
Bei Elektroautos ist die Bremsanlage übrigens ein besonderer Fokus – lesen Sie dazu unseren Ratgeber zur HU beim Elektroauto.
4. Rahmen, Karosserie & tragende Teile
Auf der Hebebühne kontrollieren wir den Unterboden, die Längsträger, Schweller und Radhäuser auf Rost, Risse und unsachgemäße Reparaturen. Besonders bei Fahrzeugen ab 10 Jahren führt hier fast jeder zweite Mangel zu einer Verweigerung der Plakette.
5. Fahrgestell, Achsen, Räder & Reifen
Wir prüfen:
- Radaufhängung (Traggelenke, Spurstangen, Stabilisatoren),
- Radlager auf Spiel,
- Reifen: Profiltiefe (mind. 1,6 mm), Alter, DOT-Nummer, Schäden – Details zur DOT lesen Sie in unserem Ratgeber zur Reifen-DOT-Nummer,
- Felgen auf Risse.
6. Lenkung
Axialspiel im Lenkgetriebe, Beweglichkeit der Servolenkung, Zustand der Manschetten und Spurstangenköpfe – alles wird kontrolliert. Ein defektes Lenksystem ist einer der wenigen Mängel, die zur sofortigen Stilllegung des Fahrzeugs führen können.
7. Sichtverhältnisse
Windschutzscheibe (Risse im Sichtfeld), Wischerblätter, Waschdüsen, Innen- und Außenspiegel, Tönungen an Front- und Seitenscheiben werden gecheckt. Eine getönte Frontscheibe darf die Lichtdurchlässigkeit nicht unter 75 % senken.
8. Beleuchtungsanlage & elektrische Anlage
Alle Lampen (Abblendlicht, Fernlicht, Nebel, Rückfahrscheinwerfer, Standlicht, Kennzeichenbeleuchtung, Blinker vorne/hinten/seitlich, Bremslichter, Warnblinker) werden auf Funktion und korrekte Einstellung geprüft. Die Scheinwerferhöhenverstellung muss funktionieren. Ein Klassiker unter den Mängeln – aber leicht vorher zu Hause zu prüfen.
9. Sonstige Ausrüstung
Dazu gehören unter anderem: Verbandkasten mit gültigem Haltbarkeitsdatum, Warndreieck, Warnweste, Sicherheitsgurte, Airbag-Kontrollleuchten, Anhängerkupplung, Ladungssicherungspunkte bei Nutzfahrzeugen.
Wie lange dauert die HU insgesamt?
Eine reguläre Hauptuntersuchung eines Pkw dauert im Schnitt 20 Minuten. Bei größeren Fahrzeugen (Wohnmobile, Transporter) oder älteren Fahrzeugen mit hohem Rostrisiko kann es länger dauern.
Was kostet die HU?
Die Kosten sind bundesweit einheitlich geregelt – wir haben keinen Preisspielraum nach oben oder unten. Den exakten Betrag für Ihr Fahrzeug nennen wir Ihnen vor Beginn der Prüfung, ohne versteckte Zusatzkosten. Details zu unserem Ablauf finden Sie auf der HU/AU-Seite.
Und wenn ich durchfalle?
Sie erhalten einen detaillierten Mängelbericht mit klarer Kategorisierung: geringe Mängel (Plakette wird erteilt), erhebliche Mängel (Nachprüfung binnen eines Monats, günstiger als eine neue HU) oder gefährliche Mängel (Verkehrsunsicherheit – Fahrzeug darf nicht mehr im öffentlichen Straßenverkehr bewegt werden). Bei kleinen Mängeln beraten wir Sie oft direkt vor Ort, wie Sie diese kostengünstig beheben können.
So bereiten Sie sich optimal vor
Unsere ausführliche HU-Vorbereitungs-Checkliste zeigt Ihnen die 12 häufigsten Mängel und wie Sie diese vor dem Termin selbst prüfen und ggf. beheben können. Damit sparen Sie sich Nachprüfungsgebühren und Zeit.
Kommen Sie gerne ohne Termin in unsere TÜV SÜD Prüfstelle in Ahlen – auch samstags von 10–13 Uhr. Wir zeigen Ihnen transparent, was wir prüfen und warum.
Noch Fragen zum Thema?
Gerne beraten wir Sie persönlich in unserer Prüfstelle in Ahlen oder am Telefon.
